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Wenig Startgeld, viel Vergnügen

Die Organisatorinnen: Stefanie Blättermann (li.), das Shetland-Pony ,,Jessi" und Angela Lorenzen. Foto: Karin Funke

Am Sonnabend kommt wieder Leben in die Reithalle des Reit- und Fahrvereins Eiderstedt in Garding: ein Kinderreitturnier nach den Regeln des WBO (Wettbewerbsordnung für den Breitensport) steht an. Etwa 40 Teilnehmer/-innen werden erwartet. Vormittags Dressur- und nachmittags Springprüfungen.

Noch herrscht Ruhe und Leere auf den frisch gefegten Gängen und in den Ställen am Graureiherweg. Nur wenige Pferde warten in ihren Boxen auf Ausritte oder Kontakte. Doch am Sonnabend wird sich das ändern. ,,Etwa 80 Starts sind angemeldet, im Durchschnitt startet jeder Reiter zweimal", sagt die Organisatorin des Reittages, Stefanie Blättermann. Sie ist ansonsten die Schriftführerin des gemeinnützigen Reit- und Fahrvereins und hat die Abfolge weitgehend im Kopf, die sie hier „Zeiteinteilung" nennen. Um 9 Uhr geht es los, der Vormittag dem Dressurreiten. Und nach einer Mittagspause geht es ab etwa 14 Uhr mit einer Stilspringübung weiter. ,,Auch Kombinationsprüfungen sind dabei“, verspricht Blättermann.

,,Ziel der Veranstaltung ist, Kinder und Jugendliche an den Reitsport heranzuführen", so die Vorsitzende des Vereins Angela Lorenzen. ,,Viele nehmen Reitunterricht, aber haben noch nicht an Turnieren teilgenommen, hier wird vielleicht ihr Ehrgeiz geweckt", hofft sie. Es ist ein preiswertes Angebot, mit einem Startgeld von 7,50 Euro ist man dabei. Damit soll auch weniger Wohlhabenden der Start ermöglicht werden. Bedingung ist nur das unter Reitern übliche Turnier-Outfit: weiße Reiterhose, schwarze Stiefel, dunkles Jackett.

Pferde und Ponys sind gleichermaßen für die Wettbewerbe zugelassen, sie müssen mindestens fünf Jahre alt sein. Die Reiter und Reiterinnen treten in verschiedenen Leistungs- bzw. Altersklassen an. Alle haben die gleichen Ausstattungsbedingungen: Sattel, Steigbügel, Trensenzaum. Bei der Dressurprüfung geht es vor allem um die saubere Beherrschung der drei Gangarten: Schritt, Trab und Galopp. Zur Unterhaltung der Zuschauer und zur Freude der Kinder wird es auch „Spielchen" geben wie „die Reise nach Jerusalem". Schnelles Hinsetzen heißt in diesem Falle für Reiter: Abspringen vom Pferd oder Pony und schnell eine Matte belegen. Wer keine mehr abbekommt, scheidet aus.

Am Nachmittag ab 14.15 Uhr stehen die Springprüfungen an. Dabei beträgt die Springhöhe maximal 85 cm. Das ist nicht olympisch, wie man es aus dem Fernsehen gewohnt ist, aber hier in Garding wollen sich vor allem Anfänger messen. Bevor sie in die 20 mal 40 Meter große Halle kommen, können sie sich draußen auf dem Sandplatz warmreiten. Dazu wurde eigens frischer Sand aufgeschüttet.

Die ganzen Vorbereitungen kosten viel Geld, auch die Richter bekommen Geld für ihren Einsatz. Deshalb sind die Frauen Lorenzen und Blättermann dem Hauptsponsor VR Bank Westküste sehr dankbar. „Früher haben wir viel größere Turniere hier vor Corona veranstaltet", sagt Stefanie Blättermann. Aber die zwei Jahre Ausfall wegen der Kontaktverbote und weniger Privat-Unterbringung von Pferden rissen Löcher in die Vereinskasse. Die Gebäudeversicherung, die Personalkosten und Reparaturen liefen natürlich weiter. „Dazu jetzt noch die höheren Energiekosten“, ergänzt Lorenzen, „alles nicht so einfach." Der Versuch, nun am Sonnabend, erstmalig einen Reitertag zu veranstalten, ist ein Zeichen der Hoffnung.

Für die Sieger und Siegerinnen der einzelnen Wettbewerbe winken keine Geldpreise. Sie bekommen einen Ehrenpreis, die Platzierten erhalten Schleifen. Für Zuschauer ist der Eintritt frei. Anmeldungen zur Teilnahme werden nicht mehr entgegengenommen, Kuchenspenden dagegen gern. Zum Schluss haben die Organisatorinnen nur noch eine Bitte: „Haltet unseren Parkplatz sauber - für Pferdeäppel steht eine Schubkarre bereit." Karin Funke