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Bienenvolk hat sich erholt

Aukrug: Kita-Kinder können sich nach Vandalismus nunmehr über zwei Kästen freuen

Imker Torsten Staack freut sich, dass sich das von ihm betreute Kitaprojekt-Bienenvolk wieder berappelt hat. Fotos: Hans-Jürgen Kühl

Mit Hockeyschlägern, Schaufeln und Feuer traktierten Randalierer Ende April den Bienenkasten der Aukruger Kindergartenkinder. Das Bienenvolk überlebte, indem es sich mit „Gelée royale" Ersatz für seine tote Königin heranzüchtete. Dass sie nun auch schon wieder mit Imker Torsten Staack Honig schleudern konnten, haben die Kita-Kinder Stefan Hammer aus Breiholz zu verdanken, der dem Aukruger Kindergarten spontan eins seiner Bienenvölker geschenkt hat, als er von dem Anschlag auf den Bienenkasten in Innien erfuhr.

Ein Bild der Zerstörung bot sich dem Aukruger Imker Torsten Staack, als er am 24. April den Bienenkasten inspizierte, um den er sich im Rahmen eines Kita-Projekts kümmert. „Die hatten wohl erstmal Feuer vor dem Flugloch des Bienenkastens gemacht, um die Bienen am Ausfliegen zu hindem, dann haben sie den Kasten umgeschmissen, mit Hockeyschlägern und Schaufeln zerschlagen und angezündet", beschrieb Staack das mutmaßliche Vorgehen (wir berichteten). Der größte Teil der Bienenbrut war nicht mehr zu retten. Staacks Hoffnung, dass die Königin des Bienenvolks die Attacke überlebt habe, erfüllte sich bei einer Inspektion ein paar Tage später leider nicht: „Die Königin war tot."

Gemeinschaftsaktion im Kindergarten: Beim Honigschleudern durften alle Mädchen und Jungen mal an der Kurbel drehen.

Bei einer weiteren Kontrolle eine Woche später entdeckte Staack dann in den Bienenwaben eine sogenannte „Nachschaffungszelle", die ihm wieder neue Hoffnung gab. ,,Für den Fall, dass ihre Königin stirbt, haben die Bienen ein Notfallsystem, das es ihnen erlaubt, einen neue Königin heranzuziehen, falls sie ihre Königin zum Beispiel durch Spechte oder Bärenverlieren", erklärt der Imker. Dies aktivierten ,,Notfallsystem die Aukruger Bienen, indem sie eine ihrer Brutmaden mit besonders nahrhaftem Futtersaft - dem,,Gelée royale" - zu einer neuen Bienenstockregentin aufpäppelten. Durch den Verlust der Königin, die Aufzucht einer Nachfolgerin und den Aufbau neuer Brutnester haben die Bienen ungefähr einen Monat ihres Jahrespensumseingebüßt, vermerkt Staack: Jetzt hat sich das Volk aber wieder berappelt und ist so groß, dass es Honig sammeln kann.“

Der Honig, den Staack jetzt zusammen mit den Kita-Kindern schleuderte, stammt aus einem neuen Bienenkasten, der seit Mitte Mai neben dem Exemplar steht, das die Kita vor drei Jahren im Rahmen der Ernennung des Aukruger Kindergartens zur ersten Naturpark-Kita in Schleswig-Holstein gestiftet bekam. Das neue Bienenvolk ist ein Geschenk von Stefan Hammer aus Breiholz. Wenige Tage nach dem LZ-Artikel über den Anschlag habe sich Hammer beim Naturparkverein Aukrug gemeldet und eins seiner Völker als Ersatz angeboten, berichtet Geschäftsführerin Torsten richtet Bonnie Bogner. Staack fuhr nach Breiholz und holte die circa 30000 Bienen ab, deren Zahl sich mittlerweile verdoppelt hat. Auch das heimgesuchte Bienenvolk hat inzwischen wieder eine Stärke von rund 50000 erreicht. ,,Beide Völker sind jetzt etwa gleich stark", freut sich Torsten Staack.,,Da haben wir echt Glück gehabt!", meint Bonnie Bogner mit Blick auf die Erholung des Kitaprojekt-Bienenvolks und die schon genug Honig fürs Schleudern produzierenden neuen Bienen von Stefan Hammer.

,,Die Kita-Kinder haben schon mitbekommen, was hier Ende April passiert ist, aber dadurch, dass alles gut gegangen ist, ist die große Trauer glücklicherweise ausgeblieben", erzählt Bonnie Bogner. Die Gemeinde Aukrug hatte eine Strafanzeige gegen die Unbekannten Täter gestellt. ,,Bislang konnten leider keine ermittelt werden", bedauert Bürgermeister Jochen Rehder.